Nach einer erfolgreichen Winterruhe kann man nach kurzer Zeit ein Balzverhalten beim Männchen beobachten.

Dieses nickt heftig mit dem Kopf, färbt den Bart schwarz und stampft mit den Vorderbeinen auf.

Es will dem Weibchen imponieren, das Weibchen reagiert meist mit kreisendem Winken der Arme. Das Männchen rennt zu dem Weibchen, beißt sich im Nacken fest, schiebt seinen Schwanz unter den des Weibchens und steckt seinen Hemipenis in die Kloake des Weibchens.

Die Verpaarung dauert nur kurze Zeit, danach zieht das Männchen seinen Hemipenis zurück und der Akt ist beendet.

Nach der Verpaarung sollte das Weibchen mit Futter und Kalzium gut versorgt werden. Kalzium ist jetzt sehr wichtig, weil das Weibchen dieses zur Eibildung benötigt.

Interessant ist noch, dass das Weibchen den Samen des Männchens speichern kann. Nach nur einer Verpaarung ist das Weibchen in der Lage 2-3 weitere befruchtete Gelege zu produzieren.

Die Eiablage erfolgt in der Regel 3-6 Wochen nach einer erfolgreichen Verpaarung. Das Weibchen stellt kurz vor der Eiablage meist das Fressen ein und läuft unruhig durchs Terrarium. Es fängt an, Probegrabungen vorzunehmen und gräbt alle Ecken im Terrarium um, um die geeignete Eiablagestelle zu finden; dies kann 3-5 Tage dauern.

Zu empfehlen ist, dem Weibchen einige Sandhügel mit mindestens 20 cm Sandhöhe anzubieten.

Die eigentliche Eiablage kann einige Stunden dauern. Man kann beobachten, dass das Tier sich einen Tunnel gräbt. Ist es damit fertig beginnnt sie mit der Eiablage. Nach erfolgreicher Eiablage gräbt es das Loch wieder zu.

Ist die Ablage beendet, verlässt es die Eiablagestelle.

Dies ist der Zeitpunkt die Eier auszugraben: vorsichtig wird der Sand entfernt und die Eier vorsichtig wider freigelegt. Dann überführt man die Eier in die vorbereiteten Substratschalen (beispielsweise Heimchendosen, die bis zur Hälfte mit feuchtem (nicht nassem) Vermiculit gefüllt werden).

Die Eier dürfen bei der Überführung nicht gedreht werden, sie sollten auch innerhalb von 24 Stunden nach Eiablage aus dem Terrarium entnommen werden. Man drückt Dellen ins Substrat in einer Heimchendose und in jede Delle kommt ein Ei.

Anschließend kommen die Dosen in den vorbereiteten Inkubator.

Mehr dazu unter Inkubation Link.

Wenn die Jungtiere aus ihrem Ei selbstständig geschlüpft sind (am besten die Tiere erst entnehmen, wenn sie eigenständig durch die Heimchendose laufen), überführt man Jungtiere mit noch nicht vollständig geschlossener Bauchdecke vorsichtig in ein Terrarium, was nur mit leicht feuchtem Küchenpapier ausgelegt ist.

Dort verweilen die kleinen bis die Baudecke vollständig geschlossen und der evtl. noch vorhandene Dottersack resorbiert bzw. abgefallen ist.

Ist die Bauchdecke geschlossen, kann man sie in ihr eigentliches Terrarium überführen. Das Aufzuchtsbecken solle wie bei den adulten Bartagamen: Sonnenplätze, Versteckmöglichkeiten und UV-Versorgung, wobei das Becken aber immer übersichtlich sein muss.

Für ein komplettes Gelege von ca. 20 Tieren bietet sich ein Aufzuchtbecken von 120 x 60 x 60 cm an.

Ideal ist es wenn man auch noch eine Trennwand einfügen kann.

Man muss die Tiere in den folgenden Wochen bis zur Abgabe ständig überwachen, um zu sehen, ob es dominante oder unterdrückte Tiere gibt.

Jetzt kommt ein zweites Aufzuchtsbecken zu Gute: man sollte anfangen, die Tiere nach Größe zu sortieren, um Streitigkeiten untereinander weitestgehend zu vermeiden und damit die kleineren Tiere, wenn sie von den größeren getrennt sind, an Größe und Substanz gewinnen können.

Den Tieren ist in dieser Phase immer genug Futter anzubieten. Abwechslungsreiches Lebendfutter wird in den ersten Wochen so angeboten, dass die Tiere sich satt fressen können.

Grundsätzlich gilt: Futtertiere nicht größer als die Breite des Maules zu verfüttern.

Jeden Tag bekommen die Tiere frisches pflanzliches Futter
(Salat / Gemüse / Kräuter).

Wichtig für junge Bartagamen ist die Versorgung mit Wasser, dieses kann beliebig erfolgen: durch tägliches Besprühen oder mit einer Wasserschale (wobei Bartagamen selten aus einer Schale trinken).

Man kann auch etwas Wasser mit in die Salatschale hinein geben und man kann beobachten, dass sie den Salat zwar nicht fressen, aber aus der Schale trinken. Zusätzlich zum Futter muss den Tieren eine Schale mit geriebenem Sepiaschale bereit stehen. Kalzium brauchen die Tiere für einen stabilen Knochenaufbau und somit zur Vorbeugung gegen Rachitis.

Ebenfalls ist für die tägliche UV-Licht-Versorgung zu beachten.

Eine regelmäßige Versorgung mit Mineral- und Vitaminprodukten muss den Tieren auch gewährt werden: 2-3 mal in der Woche die Futtertiere mit einem entsprechenden Produkt bestäuben (Wir verwenden z.B. Korvimin ZVT® oder Präparate von Herpetal).

Es ist auch darauf zu achten, dass sich die Tiere gut häuten, besonders ist auf Zehen und Schwanzspitze zu achten.

Sollten Probleme bei der Häutung auftreten, sollte man den Jungtieren dabei äußerst vorsichtig helfen. Um Einschnürungen der Haut zu verhindern und damit das Absterben der Körperteile, kann man die Tiere bei erkennbaren Häutungsproblemen in lauwarmem Wasser baden und die eingeweichte Haut vorsichtig entfernen.

Die Abgabe der Jungtiere sollte ab einem Alter von 6 Wochen erfolgen.